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7. Juni 2008

0:1 auf der südhalbkugel


also an mir kann’s nicht liegen! 90 minuten hab ich das eröffnungsspiel verfolgt, brav mit interesse - und sogar ein bisschen mitgefiebert. mein versuch, dem em-hype hier in afrika elegant aus dem weg zu gehen, ist mächtig in die hose gegangen…
für die em (und die monfils-federer spiele) ist man hier nun via satellit, der hoch über nigeria hängt, live dabei. von maputo per flugzeug kam die anlage inklusive eines grossen fernsehers. doch so ne röhre saugt ziemlich strom, was die solaranlage an die grenzen brachte… so wurde der generator angeworfen, das händling war ein bisschen ungeschickt auf der falschen leistung, was dem tv gar nicht gefiel und er grad das zeitliche segnete.
anstatt fanmeile gibt’s hier ein fanstübli, anstatt grossleinwand ein kleiner portable tv – alles hergerichtet im häuschen von oma, das nachtessen eine halbe stunde vorverschoben und maya in patriotischer vollmontur. gerührt von der nationalhymne sind wir voll dabei… leiden mit frei, ich lerne off-side und freistoss (danke, maya, für die nerven…) und wir finden also auch, dass ein penalty für die schweizer dringelegen wäre, jawoll.
aber wenn ich schon kein schweizer goal zu gesicht bekomme, sehe ich wenigstens meine lieblingsbundesrätin, duonna evelina, im publikum und bin ganz beruhigt, dass wenigstens politisch die schweiz noch richtig kickt ,-)

in diesem sinn - hopp schwiiz!

2. Juni 2008

3 hauben haute cusine ,-)


seit meiner ankunft hab ich mich in der küche nützlich gemacht und mir die ausbildung der beiden küchenhilfen, rosa und quedmon, auf die fahne geschrieben.
die beiden sind seit anfang dabei und haben unter dem ehemaligen küchenchef, aliston, gearbeitet. nicht zum kochen, aber als gehilfen zum rüsten und schnetzeln. nun, gastronomisch fangen wir ziemlich am anfang an…
die beiden sollen in der küche wie auch im housekeeping auf die ersten gäste getrimmt werden. ich schreibe ihnen aufgabenlisten und einen neuen dienstplan. die kommunikation ist herausfordernd, mein italienisch ist eben doch kein portugiesisch und die englisch kenntnisse rosa’s und quedmon’s sind noch am wachsen.

die beiden küchentiger lernen erstmal tischabwischen (hier harzt es aber noch nach wochen ,-), aufdecken angepasst an die menufolge (ich ernte ziemlich verwirrte blicke) oder die speisenfolge mit gängen (nun grinsen sie unaufhörlich). es muss für sie sehr skuril sein, die essgewohnheiten der mzungu’s. dabei ist doch so einfach: frühstück ist um halb sieben, lunch um viertel vor zwölf und dinner um sex ,-)

maya’s küche ist strictly vegetarisch und der eigene garten der hauptlieferant der zutaten. vegetarische küche braucht einige fantasie und es ist herausfordernd, sich dauernd neue möglichkeiten mit gemüsezubereitungsarten auszudenken, um das niveau gemüseteller zu schlagen. überhaupt, meine palace-kochpraxis ist ziemlich verblasst, die zeit als ich in st. moritz war, wohnte die moskau-schickeria noch hinter dem eisernen vorhang ,-)
die versorgung erledigen wir wöchentlich in lichinga. die abgeschiedenheit des nordens macht sich auch in den gestellen bemerkbar und ist anfänglich gewöhnungsbedürftig - verglichen mit unserer auswahl in den überfüllten lebensmittelabteilungen der migros. aber nur verständlich bei einem so kleinen käuferpotenzial. für die lokale bevölkerung sind die läden quasi unerschwinglich.
sie ernähren sich vorwiegend von nshima, einem mais oder cassava brei, dazu wenig gemüse in form einer tunke. fisch zur eigenkonsum ist rar, der hauptteil wird auf dem markt verkauft, fleisch praktisch inexistent. ergo leben die meisten menschen von der hand in den mund und ernährungstechnisch einseitig. die meisten familien in ncolongue leiden während der regenzeit an hunger. ein hauptgrund dafür ist, dass der anbau von mais nur einmal im jahr erfolgt. die erntezeit ist am ende der regenzeit und die vorräte müssen dann für das ganze jahr reichen. innovative lösungsansätze verfolgen maya’s söhne, jonathan und ueli, und beschäftigen sich mit studien und projekten für die verbesserung der lebenssituation der dorfcommunity. doch jahrhundertlange überlieferte gewohnheiten und traditionen, aber auch die erfahrungen der kolonialherrschaft, der befreiungsbewegung und 17 jahre schmutziger bürgerkrieg sind hier sicherlich keine einfache grundlage für ihr engagement.

however – zurück zum einkauf: neben dem grossen markt gibt’s 3 läden in lichinga. das sortiment ist so, wie es sich’s denner schweri immer gewünscht hätte: auf einige artikel beschränkt. und keine garantie für produkte. was vom süden geliefert wird, ist im angebot – aber mit dem lebt sich gut!

die küche ist gut eingerichtet – gekocht wird mit gas, der kühlschrank hängt am solarstrom, das seewasser wird gefiltert. täglich bespreche ich mit den beiden das menu, die zutaten und dann das rezept. anschliessend wird das gemüse im garten frisch geerntet und das „geköch“ geht los.
und die lernerfolge sind frappant – von salatsauce zu gratin, von saucen zu käsekuchen, von suppen zu curries. es wird brot gebacken, teige geknetet und an der sonne yoghurt gezüchtet.

die buschküche macht ziemlich spass – man wird erfinderisch und experimentell. wir leben wie im schlaraffenland und wenn das so weitergeht, brauchen wir bald einen gastrokritiker, dass die vegetarischen bäume nicht in den himmel wachsen…

30. Mai 2008

busch mobility


mobilität ist in afrika nicht zu unterschätzen, vor allem hier im norden mozambiques mit 8 einwohnern pro km2. so ist man mit einem jeep grad ein bisschen der chef - auf einer gut 3 stündigen fahrt nach lichinga kreuzt man meist keine 5 autos. vorbeiziehende landschaften, weit und endlos durchquerend und immer in voller aufmerksamkeit auf verwirrte hühner, ziegen und kühe. und logischerweise gewöhnen sich die wenigen fahrzeuglenker an dieses chief-of-the-road sein.

einer davon ist naldo’s lastwagen, der regelmässig holz und zement von lichinga runterbringt. man gewöhnt sich, dass sie meist zu jeder nachtzeit ankommen und vor allem, dass sie mit einer wunderbaren regelmässigkeit jedes mal den karren im sand versenken. was keine grosse hexerei ist - beim hochtourigen wenden abseits des fahrwegs. umso mehr dann eine sache, das teil wieder auf die strasse zu befreien. der erste lösungsansatz hier in afrika beginnt immer mit einem menschenauflauf, dann staunen, einer föderalistischen einschätzung der lage und schliesslich einer intensiven diskussion. zu blöd, dass ich kein chinyanja verstehe und so wahrscheinlich die essenz der situation völlig verpasse.
die umsetzung der rescue mission ist dann wirklich wältklass – einer holt wasser vom see und flutet das eingegrabene rad, einer schaufelt, einer holt bretter. dazwischen immer wieder hochtourige befreiungsversuche. unterdessen ist der karren aber wirklich tief versoffen. finally kommen steine. gut, erst auf mr. willards staubtrockene instruktion: „stones can help“ – das wird mein „omen“ für die nächsten jahre!
nach dem hochdrücken mit dem wagenheber, steinunterlegung und gemeinsamem hau-ruck gelingt die operation „back on track“. die freude ist riesig!

am nächsten tag auf unserer rückfahrt von einem anstrengenden rumseckel-tag in lichinga: zu dumm, wenn man sich auf der einzigen zufahrtsstrasse kurz vor colongue, ein paar km vor dem langersehnten znacht in der abenddämmerung auf einer blockierten strasse wieder findet. road blocked! morgens grüssten wir noch die arbeiter, die mit dem municipio-traktor steine aufluden. abends steht der anhänger verlassen - und ohne linkes rad - aufgebockt - mitten im weg. so nach dem motto – nach uns die sinflut. maya und ich staunen nicht schlecht… uns bleibt nur, das terrain rechts und links des weges nach einer stein- und locharmen umfahrungsmöglichkeit abzusuchen. was irgendwie in der steppe afrikas mit all ihrem getier und völliger dunkelheit nicht sonderlich begeistert ,-)
am nächsten morgen besucht uns der chaffeur des corpus delicti und lässt uns wissen, dass sie versuchen, das gefährt in den nächsten tagen aus dem weg zu schaffen… good life!

am nächsten nachmittag kriegen wir aufgeregten besuch von m’chepa. dort liege die frau des nachtwächters im sterben mit „cholera“. die bezeichung der krankheitsbilder ist hier gewöhnungsbedürftig – z.b. malaria ist ein weiter begriff und wird für sämtliches im zusammenhang mit fieber verwendet. wir schütteln den kopf und maya versucht sich ein bild der situation zu machen. nachgefragt, ob die patientin bereits im kanu ins distrikthospital nach metangula unterwegs sei, merken wir die erwartung, den jeep als ambulanzfahrzeug zu brauchen. mit der buschapotheke, mr. pihri als übersetzer und angehörigen machen wir uns auf den weg ins nachbardorf. dummerweise geht die strasse hoch den berg (und rum um den verf…. anhänger) über die hochebene südlich und dann direkt runter, mit bilderbuch-aussicht, nach m’chepa. die distanz entlang dem ufer wär ein bruchteil…
dort suchen wir erstmal mit den einheimischen die hütte der patientin. innert minutenfrist ist das halbe (oder das ganze?) dorf rund um den jeep versammelt. die frau liegt auf einer geflochtenen pritsche am boden mit einem tuch bedeckt. auch hier: menschenauflauf, staunen, intensive diskussion. für was jetzt keine zeit ist. maya übt sich als erfahrene buschmedizinerin und wir laden die stöhnende patientin ein. im fahrzeug ist die halbe familie und sogar schreiende kinder müssen mit. eine autofahrt sorgt hier noch für begeisterung… änywäy, ab nach metangula – eine gute stunde über die buschstrasse. während maya fährt, versorge ich die patientin mit panadol und flüssigkeit. alles was wir haben, ist red bull...
irgendwann im geholper – aufgrund meiner immer noch bescheidenen portugisisch kenntnisse und einem fatalen missverständnis – sind wir überzeugt, dass der jeep nun als leichenwagen fungiert…
mir kommt nur noch die gabi-regel in den sinn, ich greife engagiert nach hinten und bin beim „a“ vom gegenteil überzeugt (das „g“ ist bei meinem „fala português“ eh nicht sehr praktikabel ,-)
bottomline: wir sind im spital und der auf einmal sehr wache blick der patientin beruhigt uns. 2 tage später ist sie wieder zuhause und wir sind felsenfest überzeugt – „red bull verleiht flüüüügel…“

25. Mai 2008

mr. willard

zu maya’s crew gehört auch ein lehrer, mr. willard aus malawi. an je 2 vormittagen pro woche wird chinyanja (chichewa), die lokale sprache, als basis sowie englisch für die fortgeschrittenen unterrichtet. zur situation in colongue: es können nur gut 1/3 der bevölkerung (über 11 jahren) lesen und schreiben. weiter sprechen nur knapp 40% die landessprache portugisisch, ganz wenige ein bisschen englisch. grosser nachholbedarf…
maya, von haus aus lehrerin und vom fach, coacht mr. willard, um möglichst hohe didaktische erfolge zu erreichen. die umsetzung ist eher ernüchternd und sein lehrverständnis erinnert an „alte“ zeiten. mit stock, trockene distanz und spröder autorität hält er seine stunden. wenig interaktion, keine grosse initiative von den schülern fordernd dafür viel nachsprechen und „abaliira“. aber zweifelsohne ziemlich amüsant und nicht zu verpassen! unter dem bambusdach, mit kleinen baby's, gackernden hühnern und gertrud & gottfried, den truten.
das lernziel wären situationen des täglichen lebens und dazu bereitet er dialoge vor. man muss sich dabei vor augen halten, dass es zu keinem rollenspiel kommt. der text wird runtergebetet, ohne grosse ambitionen das gelesene auch wirklich zu verstehen. erinnert mich an die rituellen gebete der katholischen kirche. vor allem – wichtig - immer inklusive den namen der protagonisten, was in der umsetzung im täglichen leben die problematik mit sich bringt, dass jeder satz mit rosa oder josé beginnt…
hier mein favorit und ein paradebeispiel seiner dialoge, die sich dann über 2 vormittage hinziehen, bis sie einem wirklich zum hals raushängen…

food
rosa – what grows in your garden?
josé – there are some tomatoes, lettuce and lots of corn.
rosa – are there patatoes?
josé – no, there aren’t.
rosa – are there carrots and beans?
josé – yes, there are, we eat the vegetables from our garden

18. Mai 2008

likoma – eine insel der eu?













































mein visum ist zwar 90 tage gültig, zwingt mich aber alle 30 tage zur ausreise – ziemlich wirre mozambikanische bürokratie. so steige ich auf die m.v. ilala, die den ganzen malawischen teil des lago niassa verbindet und auch in metangula auf der mosambikanischen seite ankert. ziel ist ein 3 tägiger kurzbesuch auf likoma – eine malawische insel vollständig von mosambiquanischen hoheitsgewässern umgeben – der nächste ort für eine kurze ausreise.
am hafen von metangula ist action und das schiff stunden verspätet! zeit genug für ausreisestempel und geldwechsel in malawi kwachas. es wird gekocht, fussball gespielt, gewaschen oder einfach am schatten gewartet. dann, die ilala in sicht! mangels hafenanlage ankert die ilala einige hundert meter draussen im see und ich komme zum vergnügen mich mit den kleinen böötlis rausbringen zu lassen. meine profunden afrikanischen schiffserfahrungen vom lake tanganiyka kommen mir nun zugut *GGG
ein riesenkampf und mann wird nass! eine zwängerrei ins boot, dann auf die leiter und man kommt mitten in die 3. klasse, wo mehr gepäck und fracht als leute sind. man schlägt sich einen weg durch die berge von schachteln, säcken, hühnern, fahrrädern, nähmaschinen, ziegen und kämpft sich durch, mit dem ziel zur treppe und zum 1st-class deck. die ilala ist in erster linie ein versorgungsschiff für die lokale bevölkerung und so drängt es sich fast auf in der 1. klasse zu reisen. alles andere wäre zynisch und würde nur dringend benötigter transportplatz versperren.






die ilala ist alt aber ganz nett. ein kleines restaurant (mit einer beachtlichen karte, aber wegen no have wenig effektive auswahl), ein sonnendeck mit einer netten bar (gut auch hier ist das angebot beschränkt aber travel gin gibts immer) und genügend platz um relaxed die schifffahrt zu geniessen.
nach 9 stunden erreichen wir likoma (es dauert eben doch länger…) und es ist nacht. ich schliesse mich andern backpackern an und folge in ein kleines boot mit dem ziel „mango drift“. den immigration officer beschwichtigen wir, weil wir echt keine lust mehr auf bürokratie haben und verabreden einen besuch am nächsten tag zwecks einstempelung der pässe. mit dem kleinen boots schaukeln wir im fast vollmond durch die wellen um die halbe insel rum.
mango drift ist ein herrlicher platz direkt am see, mit kleinen beachhuts und einer coolen bar. trotz der späten zeit kriegen wir noch was zu essen und trinken bier bei cooler chill out-musik.
am nächsten morgen ein leckeres frühstück und irgendwann gehts auf den weg ins zentrum, chipyela, der gerade mal 3 x 8 km grossen insel. sie geprägt von steinigem grasland mit vielen baobabs und mangobäumen, umringt von vielen kleinen, schönen stränden und buchten. wir finden wir die hungry clinic (der inn-treffpunkt der insel, ein typisches afrikanisches restaurant mit einem ziemlich zynischen namen für afrika…) und auch den immigration officer, der vor seinem bierchen (nein es waren mehrere) hockt. trotz diesem umstand, oder gerade deswegen, ist er sehr dienstleisungsbereit und irgendein assistent holt seinen „immigration-koffer“. alle meine freunde haben glück – commonwealth länder und eu-staaten brauchen kein visum – aber jetzt kommts: ausser schweizer! und dann geht voll das chaos los. er telefoniert mit irgendvielen, ein riesen aufstand und nach langem hin-und-her (er sagt immer: you need visa, you are in trouble) verlangt er, dass er mich mit einem fackel, der meine provisorische einreise bestätigt, nach mzuzu auf die distiktbehörde schicken will. was konkret heisst, eine woche auf der insel, die nächste ilala fahrt abwartend, dann eine nacht schiff und dann 2 stunden ins landesinnere pilgern und alles retour! wenn man die afrikanischen verhältnisse im auge hat – nochmals 2 bis 3 tage action (sprich über 14 tage für so ein stempel – das schiff fährt ja nur einmal wöchentlich…) und nervlicher ruin. wir kommen auf den bierkonsum zu sprechen und das ist dann vorteil für mich... er reagiert ziemlich wirsch und erklärt nun, dass mein pass bei ihm bleibe und ich morgen erneut auftauchen solle. wissend, dass wir nun in ein klares machtspiel getreten sind, lächle ich und nehm die schikane auf mich. was sind die optionen? er hat ja pass – und ich nicht.
den nachmittag vertreiben wir mit grinsen und der besichtigung der berühmten kathedrale.
die missionare der anglican church suchten um 1877 zuflucht auf der insel – bedrängt von schlechten erfahrungen mit dem sklavenhandel, stammesfehden und malaria. die insel war bis dahin quasi koloniales niemandsland und sie bauten von dort aus ihre missionarstätigkeit auf. der grösste wurf war der bau der cathedral church of st. peter von 1903 bis 1911, die älteste und grösste in zentralafrika. herrliche buntglasfenster und holzfiguren aus oberammergau – in einem riesigen haupt- und 2 seitenschiffen (100 m länge und 25 m breite). die sonne scheint durch die kleinen fenster, halb dunkel und dazu ein paar neonröhren… irgendwie furchterregend wie im film „da vinci code“.
die portugiesen, östlich auf dem festland in ihrer kolonie portugisisch-ostafrika waren ziemlich empört über den protzigen, pompösen bau. also errichteten auch sie eine grosse – katholische – kirche, und zwar direkt im angesicht likomas in cobué (8 km seedistanz). die beiden gotteshäuser unterschiedlicher glaubensrichtungen stehen seither in diesem vergessenen winkel afrikas trotzig gegenüber.
am nächsten tag, erneut 1 stunde fussmarsch durch die insel, bin ich sehr gespannt auf die nächste episode der afrikanischen immigration. ich staune nicht schlecht, als er sich nach kurzem aufspielen bei mir für seinen bierkonsum entschuldigt (yesterday, i drunk too much). ich kriege den pass mit bösem blick und der bemerkung: you are free and can go now.
aber mein ziel ist nicht erreicht und ich will den malawi stempel, jawoll, um dann in mozambique ruhe zu haben. die weitere diskussion erweist sich als sinnlos und sogar ein bisschen knete, um das getriebe zu schmieren, wirkt (zu meinem erstauen) nichts. ich gebe auf, geniesse den tag mit schnorcheln, sünnelä und esse abends wahnsinnig gut in der luxuslodge kaya mawa (übersetzt „maybe tommorrow“ - einfach bilderbuch kitschig) in südafrikanischer gesellschaft.
am nächsten morgen taucht das schiff anstatt um 5 uhr morgens erst nach 7 auf. nach vier stündigem beladen tuckern wir los oder besser treiben südlich… während stunden. es wird dunkel und ich plaudere mit einem maschinisten, der mir erzählt, dass eine schiffschraube kaputt sei und so nur mit halber kraft gefahren werde… maya, mit einem malaria-patienten und weiteren 4 personen im auto wartet während stunden am hafen metangulas bis ich endlich um halb 10 ankomme, um dann alle zurück nach colongue zu bringen.
fazit der geschicht: likoma ist traumhaft, nicht grad einfach zu erreichen, aber dafür umso schöner. und die schweiz einfach eine insel in europa und visapflichtig – was mich nun in der eu-beitrittsfrage ganz einfach zu einem klaren befürworter macht!